Linsensuppe

Krümel mag meine Linsensuppe!

Ein Wunder! Ich bin es von Papa Ohrenmonster normalerweise gewohnt, daß Suppen verschmäht werden, erst recht so Sachen wie Linsen-, Erbsen- oder Bohnensuppen. Alle Suppen mit Kartoffeln sind Igitt igitt bah bah pfui bäh. Daher hat es mich besonders gefreut, als Krümel heute den ersten Bissen im Mund hatte und ”Lecker” sagte. Ich weiß von ihm, daß er auch meint, was er sagt.

Im allgemeinen ist Krümel ein pflegeleichter Esser. Was bei ihm nicht so gut ankommt, sind Reisgerichte (zu trocken), lange Nudeln wie z. B. Spaghetti oder Rosenkohl. Auch Fleisch muß ganz klein geschnitten oder butterweich sein, damit er es so runterschlucken kann. Auch fix-Gerichte sind nicht so sein Ding. Ansonsten ißt er so gut wie alle Gemüsesorten und auch sehr gerne Obst.  Außerdem ist er kein Brotesser. Aber wozu gibt es denn Getreidebrei? ;)

Himbeerjoghurt süß-sauer

Nur damit keine Mißverständnisse aufkommen: Krümel ist ein Junge und gerade einmal 19 Monate alt.

Unser Krümel ist nicht so der große Brotesser. Er ißt es zwar, aber nicht soviel, daß er davon satt wird. Zum Frühstück reicht ihm eine halbe Scheibe mit Belag, meist Marmelade. Doch zum Abendessen muß ein bißchen mehr dahinterstecken. Also bekommt er ein Stück Brot mit Leberwurst, ein paar Gewürzgurken, ein bißchen Rote Bete, mal eine Scheibe Wurst auf der Hand oder ähnliches Fingerfood. Als Abschluß gibt es immer seinen Milch-Getreide-Bananen-Brei.

Gestern hatte er dazu Himbeerjoghurt, den er seit kurzem auch schon alleine löffeln kann. Seitdem er das herausgefunden hat, will er sich auch nicht mehr dabei füttern lassen! (Komischerweise erwartet er jedoch, daß man ihm den größten Teil des Mittagessens, sowie den Bananenbrei am Abend füttert.) Also bekommt er anfangs seinen Teller, wo Mama Ohrenmonster alles schön säuberlich angerichtet hat. Den Joghurt gab es in einem extra Schüsselchen.

 Papa Ohrenmonster und ich unterhalten uns beim Essen ein wenig und lassen Krümel seine eigenen Erfahrungen machen. Wir waren gerade intensiv in ein Gespräch vertieft, als uns Krümel plötzlich erzählte: “Gurke taucht. Bete taucht!” Wir wußten erst gar nicht, was er meinte, bis uns auffiel, daß er eine Gewürzgurke und eine Scheibe Rote Bete in seinen Himbeerjoghurt geschmissen hat!

Er war ganz fasziniert davon. Doch wir wollten ihm zeigen, daß das geschmacklich nicht paßt und haben die Gurke rausgefischt und ihm in den Mund gesteckt. Tja, was soll ich sagen: Krümel fand es lecker! Er hat die übrigen Gurken und Rote Bete Scheiben ebenfalls eingetaucht und gegessen und als Abschluß den Himbeerjoghurt gelöffelt. Dabei hat er uns immer erklärt: “Gurke taucht. Bete taucht”.

Wäre Krümel 19 Jahre und ein Mädchen hätte ich mir Gedanken gemacht. Bei Männern kann mich in dieser Hinsicht nichts mehr schocken. :mrgreen:

 

“Wuah!”

Krümel kann ein neues Wort: “Wuah!” 

Wir brauchten nicht lange zu raten, was es bedeutet, denn er hat es uns sofort gezeigt, in dem er seinen Zeigefinger in den Mund steckt und “Mmmhh” machte. Wir saßen gerade beim Abendbrot, und er wollte eine Scheibe Wurst!

Am ersten Abend haben wir ihm nur eine kleine Scheibe gegeben, aber gestern hat er schon eine große Scheibe verputzt. Auch heute morgen beim Frühstück, wollte er keine Marmelade, sondern hat von Papa Ohrenmonster eine Scheibe Salami erbettelt. Sein Brötchen habe ich ihm dann auch mit Leberwurst geschmiert. Und immer wieder sagte er “Wuah”! Vielleicht sollten wir doch einmal deutlicher sprechen. :mrgreen:

Ein kleines Nachtmahl

Unser Krümel wurde gestern getauft. Das bedeutete für ihn: kein Spielzeug, lauter (zum Teil fremde) Menschen, Wasser über den  Kopf zu bekommen, ganz viel Geschenke und ganz viel Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Da hatte man(n) natürlich keine Zeit und erst recht keine Lust zum Essen – schon gar nicht zum Mittagessen. Das wurde wieder ausgespuckt. Der Schokoladenkuchen zur Kaffestunde war schon besser, denn er wurde geradezu inhaliert.

Abends gab es dann den üblichen Milchbrei, danach war Schlafenszeit. Doch man(n) kann noch nicht schlafen. Man(n) ist noch viel zu aufgedreht. Also durfte man(n) sich noch ein wenig müde spielen. Doch schließlich siegte die Müdigkeit.

Bis nachts um 1:15 Uhr. Nachdem man(n) die halbe Nachbarschaft zusammen geschrieen hat und sich Papa Ohrenmonster bereits in der Notaufnahme im Krankenhaus sah, weil man(n) sich einfach nicht beruhigen wollte, saß man(n) um 1:45 Uhr fröhlich in der Küche auf der Arbeitsplatte und löffelte mal eben so 250 g Joghurt und 150 g Obstgläschen. Die vorher angebotene Flasche mit Babymilch hatte man(n) vehement abgelehnt. Man(n) ist ja schließlich über 1 Jahr alt und neuerdings getauft. Da trinkt man(n) so etwas schließlich nicht mehr!

Krümels Kommentar: “Toll!” :mrgreen:

 

Nein, ich esse meine Suppe nicht!

Vor einiger Zeit hat uns Krümel ein paar Sorgen bereitet: er wollte partout kein Mittagessen. Wenn ich es denn mal geschafft hatte, dass der Löffel in seinem Mund verschwand, wurde das Mittagessen umgehend wieder hinaus befördert. Dafür wollte er Butterbrot, oder süßen Brei, oder Obst. Natürlich ist Krümel davon nicht richtig satt geworden und hat nachts sein Fläschchen verlangt. Das ganze ging über 2 Wochen lang.

 Ich hatte bereits vermutet, dass er zahnt, aber vorsichtshalber habe ich unseren Kinderarzt um Rat gefragt – und genau das hätte ich mir schenken können! Sein Rat: „Sehen Sie zu, dass sie das Mittagessen in ihn rein kriegen.“ Toll! Was mache ich, wenn er es wieder ausspuckt? Keine Antwort. Seine Tipps waren:

- Krümel soll alleine essen.

Krümel isst mehr, wenn er gemeinsam mit uns essen kann. Alleine essen macht ihm keinen Spaß. Ist also in diesem Fall kontraproduktiv.

- Ich soll den Löffel nur anbieten, wenn ich Augenkontakt habe. Dreht Krümel den Kopf weg, soll ich ihn mit Mißachtung strafen.

Aber genau das wollte Krümel doch! Ich sollte ihn doch in Ruhe lassen. Hätte ich ihn nicht beachtet, wäre das für Krümel klasse gewesen, dann hätte er seinen Willen doch bekommen.

- Nachts soll ich Krümel keine Flasche geben, sondern ihn schreien lassen. Dann würde er wissen, dass er essen muß.

Ich lasse mein Kind nicht nachts vor Hunger schreien! Ich bezweifle nämlich, dass Krümel zu dieser abstrakten Denkweise schon fähig ist. Überall liest man, dass bei kleinen Kindern eine Konsequenz unmittelbar nach der Handlung erfolgen muß, sonst sind sie nicht in der Lage, eine Verbindung herzustellen. Als ich dem Arzt erzählte, dass ich auch schon den Tisch abgeräumt habe, um Krümel zu zeigen „Gleich gibt es nichts mehr, wenn Du Hunger hast, dann iß jetzt.“, antwortete er, dass Krümel diese Verbindung nicht herstellen kann. Aha, aber den nächtlichen Hunger kann er dann darauf zurückführen, dass er abends nicht gegessen hat? Ja nee, iss klar!

 Also habe ich mir selbst eine Lösung gesucht: ich habe Krümels Mahlzeiten umgestellt. Da Krümel weitgehend genau das isst, was wir auch essen, hatte ich seit unserem Urlaub Krümels Mittagsmahlzeit abends und mittags seinen Milchbrei gegeben. Nun koche ich mittags, Krümel und ich essen gemeinsam, und Papa Ohrenmonster isst wie gehabt, wenn er von der Arbeit kommt. Und siehe da: der erste Erfolg war, dass Krümel nachts wieder durchschläft. Der zweite Erfolg, dass Krümel wieder ordentlich isst.

Der obere Schneidezahn ist während dieser Zeit dann auch durchgekommen.

Unser Kinderarzt hat uns damals schon mal empfohlen, Krümel nachts schreien zu lassen, da Krümel mit ca. 8 Monaten nachts immer noch aus Angewohnheit Fläschchen haben wollte. Aber das habe ich anders gelöst, indem ich die Trinkmenge immer weiter reduziert und schließlich nur noch Wasser angeboten habe. Nach ca. 1 Woche hat Krümel durchgeschlafen.

Beim Seminar vom Jugendamt haben sie uns damals eingeschärft, dass dieses (nächtliche) Schreien lassen ein „no-go“ ist. Das einzige, was Kinder daraus lernen, dass keiner da ist, der sich um ihre Not kümmert.  Schreien ist bei Säuglingen das einzige Mittel sich auszudrücken. Wenn man darauf nicht reagiert, hat das Kind Streß und auch die Eltern. Geholfen ist dabei niemandem, weil das Problem nicht gelöst ist.

 

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